Wandern & Radfahren Genuss & Wein Wellness & Gesundheit Kunst & Kultur Familie & Kind Nürburgring

Vulkanpark Brohltal / Laacher See

Erleben Sie im Vulkanpark Brohltal / Laacher See längst vergessene Zeitalter

Entdecken Sie den kulturgeschichtlichen und naturkundlichen Zusammenhang von Vulkanismus, seinen Förderprodukten und deren Verwendung.

Der Vulkanismus in der Osteifel war bis in die jüngste Erdneuzeit vor 13.000 Jahren wirksam, als im Gebiet des heutigen Laacher Sees die letzten wichtigen Vulkanaktivitäten Mitteleuropas stattfanden und gewaltige Bimsmassen herausgeschleudert wurden.
Der Vulkanpark Brohltal / Laacher See wird durch fünf Rundwanderwege (je zwischen 9 und 22 km) und eine Auto-Tour erschlossen, wobei alle bedeutsamen Sehenswürdigkeiten erwandert werden können.

Vulkanpark Brohltal / Wanderroute O
  Interner Link zum Bild in Originalgröße
Georoute Vulkanpark O:
Die ca. 17 km lange Strecke beginnt am Bahnhof Engeln des Vulkan-Expreß. Diese Route gibt Einblicke in die beeindruckenden Weiberner Tuffsteinbrüche, den Humersberg und weitere interessante Aufschlüsse im ältesten westlichen Teil des Vulkangebietes. Der Weg führt über Kempenich und Engeln zurück zum Engelner Bahnhof. Die Strecke führt am Tuffsteinmuseum Weibern vorbei. Der Geogarten am Bahnhof Engeln führt die Besucher auf einem Rundweg durch eine zweiteilige Gartenanlage durch alle diese Region prägende Erdalter und historischen Epochen. Dabei steht nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern das spielerische Kennenlernen einiger Beispiele, die für diese Zeitabschnitte stehen.

Vulkanpark Brohltal / Wanderroute M
  Interner Link zum Bild in Originalgröße
Georoute Vulkanpark M:
Diese Route beginnt am Bahnhof Niederzissen des Vulkanexpresses, Sie führt an verschiedenen Vulkanablagerungen sowie einigen Aufschlüssen aus dem devonischen Untergrund vorbei. Das Rodder-Maar, der basaltische Ringwall des Bausenberges, einer der am besten erhaltenen Vulkane der Eifel und das Wahrzeichen des Brohltales, der Phonolithdom der Burg Olbrück, sind besonders markant bei dieser insgesamt 11 Aufschlüssen und ca. 17 km langen Route.

Vulkanpark Brohltal / Laacher See - Route U
  Interner Link zum Bild in Originalgröße
Georoute Vulkanpark U:
Die Strecke enthält insgesamt 17 Aufschlusspunkte und ist ca. 14 km lang. Sie beginnt am „Vulkan-Expreß“-Haltepunkt Bad Tönisstein und führt durch die Trasshöhlen am Jägerheim, entlang den Quellen von Bad Tönisstein durch die wildromantische Wolfsschlucht Richtung Wassenach. Über den Vulkankrater Kunkskopf, die römischen Steinbrüche in der Mauerley geht es weiter nach Burgbrohl und zurück nach Bad Tönisstein.

Vulkanpark Brohltal / Wanderroute V
  Interner Link zum Bild in Originalgröße
Georoute Vulkanpark V:
Die Vinxtbachtal-Route stellt die jüngste Route im Vulkanpark Brohltal/Laacher See dar. Die ca. 9 km lange Vinxtbachtalroute beginnt am Bürgerhaus in Königsfeld. Zunächst führt der 1. Teil der Route hinauf zum Waldgut Schirmau. Immer wieder locken herrliche Fernblicke in das Vinxtbachtal, Rheintal und Laacher Vulkangebiet. Nach einem Abstecher zum Aussichtsturm auf dem "Weisselstein" verläuft der Rückweg hinunter nach Schalkenbach und oberhalb des Vinxtbachtales zurück zum Aussichtsturm. Anhand von Wegweisern und Erläuterungstafeln wird die erdgeschichtlich und historisch interessante Landschaft des Vinxtbachtales erläutert. Entlang der mit einer schönen Aussicht verbundenen Strecke befinden sich sowohl 35 Millionen Jahre alte Zeugnisse des Vulkanismus als auch Spuren der jüngeren Vergangenheit.

Vulkanpark Brohltal / Laacher See
Laacher See  Interner Link zum Bild in Originalgröße
Georoute Vulkanpark L:
Der 14 km lange Rundweg um den Laacher See beginnt am Parkplatz gegenüber dem Hotel Waldfrieden nördlich des Sees. Die insgesamt 13 Punkte umfassende Route beinhaltet auch einen Steinlehrpfad am Kloster Maria Laach, welcher die wirtschaftliche Verwendung der Gesteine der Region darstellt. Das Vulkangebiet des Laacher Sees entstand in geologisch jüngster Zeit (etwa vor 13.000 Jahren).

Im Nordteil des heutigen Seebeckens, dort, wo mit 51,1 Meter Wassertiefe dessen tiefste Stelle liegt, öffnete sich ein Schlot, der phonolithische Bimsmassen auswarf, so dass hohe Wälle entstanden und die Umgebung mit einer mehrere Meter hohen Bimsdecke überschüttet wurde. Feine Aschen wurden hoch hinauf geschleudert und durch Luftströmungen bis in den Ostseeraum und das Westfalengebiet verfrachtet, wo sie in Hochmoorablagerungen als milimeterdicke Schichten zu finden sind. Es quollen auch Aschewolken aus dem Schlot der Täler in die Umgebung, ihre Ablagerungen werden im Rheinland Trass genannt. Sie sind besonders mächtig im Brohltal und einem Seitental bei Kruft. Über den rasch entleerten Herd brach Erdkruste in einer 2 mal 3 Kilometer weiten Caldera ein, damit entstand der Laacher Kessel. Als letzte Auswirkung vulkanischer Erscheinungen finden wir heute noch an der Ostseite des Sees Kohlensäureexhalationen, die sich unweit des Ufers durch aufsteigende Gasblasen bemerkbar machen.

Der See ist ein Einbruchsbecken (Caldera), das sich allein durch seine Größe von den Maaren der Westeifel unterscheidet. Er bedeckt eine Fläche von 3,33 qkm bei 7,3 km Umfang, seine Tiefe beträgt ca. 51,1 m. Gespeist wird er durch Niederschlagswasser. Ursprünglich besaß der See keinen Abfluss. Um aber die Klostergebäude vor Hochwasser zu schützen, trieben die Mönche 1163 einen Stollen (Fulbertstollen) am südlichen Ufer durch den Ringwall und schufen damit einen künstlichen Abfluss, der den Seespiegel um ca. 5 m senkte. Dieser Stollen zerfiel im Laufe der Jahre, wurde aber um 1844 durch einen etwas tiefer gelegenen Stollen von 1.040 m Länge ersetzt, der den Seespiegel nochmals um 5 Meter senkte. Das Seewasser fließt heute noch in den Weiher an der Laacher Mühle, dann durch den Laachgraben ab. Aufgrund der einzigartigen Landschaft, aber auch wegen der vielfältigen Flora und Fauna wurden der Laacher See und seine Umgebung zum Naturschutzgebiet erklärt.

Die im See lebenden Fische (z.B. Hecht, Barsch, Rotauge und Silberfelchen) sind ihrem Ursprung nach überwiegend eingesetzt. Der Felchen stammt aus Schweizer Seen; sein Nachwuchs wird künstlich erbrütet. An Wasservögeln beherbergt der See den Haubentaucher und den Eisvogel. Zwerg-, Mittel- und Gänsesäger; Schell-, Tafel- Berg- und andere Entenarten sind Wintergäste. In der Schwimmblattzone sind die weiße Seerose und die gelbe Teichrose zu finden, in der Verlandungszone Kalmus, Fieberklee, Blutauge und Zungenhanenfluß. Der Ringwall des Sees ist fast geschlossen und mit Buchenholdwald bewachsen, der teilweise mit Nadelhölzern durchsetzt ist. In ihm sind hoher Lerchensporn, Wilderbart (eine seltene Orchiedeenart) und auch Fichtenspargel anzutreffen. Auf Waldlichtungen wächst die giftige Tollkirsche mit ihren glänzenden schwarzen Beeren.